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Kia e-Soul (64 kWh).

Kategorie: E-Autos
Kia e-Soul (64 kWh)
Erfahrungsbericht von
drivers_groove
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11.11.2020

Anschaffung

Ich habe das Fahrzeug für eine Woche getestet und mich noch nicht endgültig für den e-Soul entschieden. Probleme gab es bezüglich der Anschaffung bisher noch keine.
Wichtig ist mir bei der Anschaffung eines E-Autos, dass die Akkukapazität ausreicht, um das Kölner Umland bereisen zu können, dass das Fahrverhalten ausgewogen ist und dass die Ladegeschwindigkeit ausreicht, um auch unterwegs zwischendurch laden zu können. Weniger wegen langer Strecken als um zu verhindern, dass ich irgendwann keine LKWs überholen will, weil aufgrund der Beschleunigung beim Überholvorgang ich dann 10km Reichweite einbüße und das Nachladen länger dauert als die Zeit, die ich durch das Überholen gespart habe.

Kosten

5 von 5

Je nach Ausstattungsvariante (Spirit, Vision, Edition 7) kostet der e-Soul zwischen 30 und 40.000 Euro. Davon kommt dann noch die E-Auto-Prämie runter. Steuer gibt es erstmal keine.
Für einen Ladevorgang unterwegs habe ich bei 0,38€ pro kWh 13,20 € für 34,7kWh gezahlt.

Reichweite & Laden

3 von 5

Bei 35% Akkuladung sind bei meinem Fahrprofil (nicht Sport und nicht Eco, sondern Normal) 124km drin. Mit einem Ladevorgang von 34kWh wächst die Reichweite auf 256km an, was an einer Schnelladesäule etwa 40 Minuten dauert. Im Schnitt lag mein Verbrauch (70% Autobahn, 20% Stadt, 10% Landstraße) bei 17,1 kWh. Als maximale Ladegeschwindigkeit konnte ich bei einer 100kW-Säule 53kW erzielen.
Das laden mit 50kW ist für meinen Geschmack in der Stadt einfach zu langsam. Um ein Reichweitenplus von 100km zu erzielen eine halbe Stunde an einer Ladesäule zu stehen, ist mir schlicht zu lange.
Wenn man zuhause eine Wallbox hat oder selbst mit einer normalen Steckdose und der Möglichkeit, Nachts das Auto einfach angesteckt zu lassen, wäre es durchaus eine Option. Auch natürlich bei rewe & co während des Einkaufens zu laden wird hier attraktiv. So aber ist das "kurz mal zwischendurch nachladen" nicht wirklich möglich.

Aus­stattung & Fahr­gefühl

4 von 5

Für einen sehr attraktiven Preis bekommt man ein sehr vollwertiges Fahrzeug. Dabei glänzt der e-Soul mit adaptivem Tempomaten, Tote-Winkel-Assistent, sinnvollen Fahrmodi (die sich beliebig konfigurieren lassen), einem sehr guten Navitainment von harmann/kardon mit hochauflösendem Display, bequemen Sitzen und durchdachter Bedienung, ausreichend Platz im Fond und im Kofferraum, schlüssellosem Zugang, Wärmepumpe und und und. Viele der Features kosten gerade bei den deutschen Marken ordentlich Aufpreis und sind beim Kia schon drin. Die Haptik der verwendeten Materialien ist für die Fahrzeugklasse völlig in Ordnung bzw. sogar besser als erwartet.
Die Fahrleistungen sind im Alltag vollkommen ausreichend. Wie erwartet zieht der e-Soul aus dem Stand heraus ordentlich an und verträgt auch den einen oder anderen Zwischensprint - selbst ohne in den Sportmodus zu wechseln. Der ändert die Kennlinie des Gaspedals und lässt den e-Soul ziemlich einfach an der Vorderachse den Grip verlieren und mit den Hufen scharren. Was auch zum Problem des e-Soul führt: Die Lenkung ist sehr stumpf und vermittelt wenig Fahrbahngefühl, Antriebseinflüsse werden nicht herausgefiltert und die Lenkung ist zu leichtgängig. Zumindest letzteres ist Geschmackssache. Vom Fahrwerk darf man auch keine Wunder erwarten. Kurven mag der e-Soul nicht und wankt trotz des niedrigen Schwerpunkts dank tief sitzendem Akku durch die Kurven, als hätte er einen hohen Aufbau. Auch geben die Dämpfer besonders Fugen und Rillen trocken an die Insassen weiter. Das letzte Quäntchen Komfort lässt Kia durch die Fahrwerksabstimmung liegen. Als Gesamtpaket ist der e-Soul trotzdem ein sehr ausgewogenes und enorm gut ausgestattetes Auto.

Gesamt­bewertung

5 von 5

Starker Elektromotor, bei eigener Lademöglichkeit ausreichende Ladegeschwindigkeit, Akkukapazität für alle Strecken im Alltag, vollständige Ausstattung mit Komfortmerkmalen und Assistenzsystemen... die Liste lässt sich endlos weiterschreiben und zeigt, dass Kia im Bereich Elektromobilität vieles richtig macht - was man auch an der Anzahl der elektrifizierten Modelle der Koreaner ablesen kann. Nicht zu vergessen auch noch die 7 Jahre (!!) Garantie ab Werk auf das Auto. Meine Erfahrung mit dem e-Soul zeigt mir, dass der kompakte Flitzer problemlos das bisherige Auto mit Verbrennungsmotor ersetzen kann und so gut wie keine Umstellung nötig ist. Wären dann noch Ladevorgänge mit mindestens 100kW möglich, würde besonders in Städten und im Stadtumland kein Weg am Kia vorbei führen.

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