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2 E-Autos ohne zuhause/arbeit laden zu können (Tesla Model 3 LR/BMW i3s 120ah).

Kategorie: E-Autos
2 E-Autos ohne zuhause/arbeit laden zu können (Tesla Model 3 LR/BMW i3s 120ah)
Erfahrungsbericht von
Horst Schlaemmer
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10.10.2020

Anschaffung

durch Reichweiten Angst und ohne Erfahrung mit E-Autos habe ich mich erstmal entschieden, ein BMW i3s 120ah zu Leasen (2 Jahre). Nach 5 Monaten habe ich dann ein Tesla Model 3 LR gekauft, beides über die eigene Fima als Geschäftsfahrzeug und jeweils mit der 0,25% Methode (wo der Verbrenner 1% bezahlen muss). Grunddafür ist einfach das der TCO unschlagbar günstig ist und man massiv geld spart zu vergleichbaren fahrzeugen. Vorher hatte ich ein Mercedes-AMG A45 mit 381 PS und der Tesla hat nun 460 PS und ist viel heftiger in der beschleunigung obwohl er gut ~30.000€ weniger kostet als der AMG.

Als Tipp an alle die die 0,25% Methode beim Tesla Model 3 LR nutzen wollen, macht die ganzen extras wie FSD (Volles autonomes Potenziel) und winterreifen NICHT bei der bestellung mit rein ! Sondern bestellt das erst wenn ihr das Fahrzeug schon habt (FSD kann man bequem dann per Handy/Homepage nachbuchen) und Winterreifen dann mal im Tesla Store anfragen oder auf Ebay.
Ich hatte den fehler gemacht und kann den Tesla deswegen nur mit 0,5% anstatt mit 0,25% Versteuern.

Ausstattung & Fahreigenschaften

4 von 5

Beim BMW i3s 120ah Leasing habe ich den fehler gemacht und habe dort den Stauassistent mit reingenommen, dass war ein Fehler. Das ding kann man nur auf Autobahnen aktivieren und nur wenn man weniger als 60kmh fährt (ich konnte das quasi nie ausprobieren), als ich es testen konnte, war es sehr schlecht. Hier ist das System von Tesla viel besser und kann quasi immer angeschaltet werden.

Beim Tesla hatte ich den Fehler gemacht das FSD Paket zu buchen, dies kostet aktuell ~7000€ und bringt meiner meinung nach aktuell (kann sich jederzeit durch updates ändern) keinen großen mehrwert, außer das automatische einparken. Das ist eine frechheit, dass man 7000€ FSD Paket buchen muss, damit der Tesla auch automatisch einparken kann. Das Paket sollte man einzeln anbieten bzw im Standard mit verkaufen. Ansonsten habe ich eine Anhänger Kupplung beim Tesla mit bestellt, aber bisher noch nie gebraucht. Aber lieber haben, als nicht haben.

Beide E-Autos fahren sich hervorragend, das One-Pedal-Driving was man beim Tesla einstellen kann (beim BMW i3 nicht) ist ein fest der freude. Noch nie war Fahren so leicht und angenehm. Vorher waren Langstrecken/Stadt fahren immer anstrengend mit dem Verbrenner, nun ist es wie Urlaub.

Beim Tesla kann man per Handyapp noch einen zusätzlichen Beschleunigungsboost für 1800€ kaufen der sofort freigeschaltet wird (dauert wenige sekunden). Dann kann man den Fahrmodus von lässig auf Sport stellen und das Fahrzeug schafft den 0-100 sprint in angeblich 3,9 sekunden !!!! von sowas träumt man einfach nur. Das schöne ist, dass die vielen PS beim Tesla nicht stören. Man kann sie nutzen wenn man sie braucht, aber man kann auch die ganze zeit im fahrmodus lässig fahren und so fahren als hätte man nur 120 PS. Aber immer mit der möglichkeit heftig und extrem zu beschleunigen falls es mal notwendig sein sollte. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Power vom Long Range Modell und natürlich von der 1800€ Upgrade funktion, total übertrieben sind und das nur leute brauchen die vorher 500 PS autos gefahren sind. Für alle anderen wird es viel zu viel sein und man wird viel freude beim fahren empfinden.

Reichweite & Laden

5 von 5

vorab WICHTIG: da wir zuhause und auf arbeit beide NICHT laden können/dürfen, könnte man denken das E-Autos überhaupt nicht für uns geeignet wären... aber falsch gedacht... dank Kaufland/Lidl in der nähe wo wir einkaufen, gibt es KOSTENLOSE Schnelllader wo man während man einkaufen ist, sein auto wieder voll machen kann. Dies klappt bisher sehr gut.

Reichweite war eine große Unbekannte und mit viel Angst verbunden. Ich habe den "Fehler" gemacht und habe für ein Wochenende einen Tesla Model 3 Performance (gab nix anderes) gemietet. An dem Wochenende sind wir unser übliche Familien Heimreise strecke von ~500 km hin am stück und 500km zurück am stück (und noch zwischendurch wohin)... insgesamt, waren wir so bei ~1600km an dem Wochenende und das hat erstaunlich wunderbar geklappt. Im Tesla Navi werden einem gesagt wann man wie lange eine pause am Schnelllader machen sollte (man kann aber auch selber etwas detailierter mit abetterrouteplanner.com planen). Wir haben dann die Tesla Supercharger zum laden Probiert und die Ionity 350kW Schnellerlader die für alle anderen Elektroautos mit CCS geeignet sind.

Da es damls noch ein günstigeres angebot gab als heute, hat das vollladen für 500km nur 5€ gekostet. Heute bezahle ich am Ionity Schnellader für einmal vollmachen ~15€ (naturstrom.de autoladetarif). Alles im allem ist das Laden viel günstiger als Diesel/Benzin (wenn man vorher auf die Preise Tarife achtet, hier gibt es auch viele anbieter die viel teurer als diesel/benzin sind !!! diese werden natürlich in der presse gerne als allgemeiner standard verwendet um den verbrenner fahrern zu signalisieren dass verbrenner fahren billiger ist und man schön beim saudiarabischen/russischen Öl bleiben sollte). Da es ein Firmwagen ist, habe ich alle Belege und kosten aufgeschlüsselt und komme auf
520,98€ für ~16.264km nach 12 Monaten: https://i.imgur.com/0R9bYO3.png
Mit dem AMG hatte ich vorher für das 8 fache getankt.

Die Reichweite vom Tesla auf der Autobahn mit ~150 km/h durchschnitt (schneller darf ich nicht fahren, weil dann die Frau und das Baby weinen und der Autopilot auch nur bis 150 kmh automatisch fährt), hat er rund ~300km echte reichweite. Bei einer 500km Strecke muss man also zwingend eine Pause mache. Jetzt hört man aus der Bildzeitung und von Öllobbyisten natürlich horror geschichten, dass man nun STUNDENLANG laden muss... nein auf so einer strecke muss man nur 15min laden. Dies ist für eine Familie mit Kind natürlich viel zu wenig zeit, um ordentlich pause zu machen, daher wartet das auto immer auf uns und wir machen in ruhe eine pause von 30-45min. Für uns passt das also perfekt.

Meine Urlaubs Langstrecken Erfahrung: Kroatien - Stuttgart rund 900 km in 10 Stunden gefahren, 2x 20min Pause(und geladen), 5min Pippi Pause ohne Laden, 40min Essens Pause (und geladen), und das wars auch schon... 80% der Strecke darfst nicht schnell fahren und da wo unbegrenzt ist in Deutschland relativ viel Verkehr, da bin ich gemütliche 150 kmh mit Autopilot gefahren... Also Fazit für mich passt das perfekt bisher...
Kosten: Langstrecke Stuttgart - Kroatien - Stuttgart Urlaub mit E-Auto fertig... Kosten Fazit: 53,80 € für 1714 km

Langsames AC Laden:
bei meinen Schwiegereltern gibt es eine Garage wo ich mein Auto abstellen kann und wie es sich für Deutschland gehört, sind da auch steckdosen und es fließt strom. Ich habe also gefragt ob ich mein Elektroauto an der normalen Schuko steckdose aufladen darf. Da war die Angst extrem groß, es hieß da brennt das Haus ab und man könne nicht gleichzeitig kochen und wir müssten uns abstimmen und und und... also auch hier wieder viele Bildzeitungs Mythen im Kopf der Verbrenner Fahrer. Als ich dann erklärt habe, dass so ein Elektroauto an der Schukosteckdose 2000 Watt braucht, was ungefähr ein Föhn hat und ob sie den Föhn und den Backofen auch immer auf einander abstimmen, wurde die Angst etwas weniger. Wir haben es einfach ausprobiert und siehe da, es gingen keine lichter aus, kein Haus ist abgebrannt, die Lichter im dorf (500 Einwohner) sind angeblieben ! Wichtig dabei ist das man das Ladegerät oder den Tesla auf 8 oder 10 Ampere begrenz (sonst würde er mit 12 ampere oder mehr laden) da man nicht weiß wie gut die leitungen usw sind muss man hier unbedingt wissen was verbaut wurde oder seinen elektriker fragen ob er solch eine dauerlast aushält ! Die Schwiegereltern versicherten aber das es eine neue elektroinstallation ist und ich ruhig mit 10 Ampere (~2000 watt) laden kann. Natürlich dauert so ein Tesla akku mit so wenig kW quasi ewig bis er vol list. Da man aber die meiste Zeit sowieso das Auto nur rum stehen hat, reicht das eigentlich. Nur die German Reichweiten Angst und man könnte ja vielleicht spontan 1000km in Urlaub morgen fahren wollen. Daher konnte ich dann nach mehrmaligen einwirken bei den Schwiegereltern eine STARKSTROMSTECKDOSE aka CEE16 ROT 11kW Dose vom elektriker installieren lassen. Das ganze hat ~300€ gekostet. Damit lädt der Tesla viel schneller und ist über nacht ganz sicher wieder voll.

Tesla Updates sind einfach geil!
Erst kam ein Update raus, dass er nicht mehr 120kW sondern 200kW laden kann (an ionity z.b.) und nun wurden auch die Tesla Supercharger so langsam aufgerüstet und nun kann der Tesla dort mit 250kW in der spitze schnelladen. Für laien sagt das nix aus, aber man hat durch ein Fahrzeug Update was man nicht in der Werkstatt installieren muss, sondern jederzeit über das Internet machen kann. Einfach die Ladeleistung erhöht. Was weniger warten beim laden bedeutet, wir uns nicht so mega wichtig, weil wir ja fast immer länger brauchen als das auto lädt. aber das es sowas überhaupt gibt, ist einfach wunderbar.

Preis / Leistung

5 von 5

Elektroautos sind eigentlich immer im TCO (Gesamtkosten) billiger als vergleichabre Verbrenner.

Für Firmen sowieso, ein NoBrainer... das einzigste Problem für Privat Leute ist es den "Anschaffungspreis" zu stemmen... nicht jeder hat ~37.000€ für den günstigsten Tesla... daher entscheiden sich viele ein etwas günstig aussehnden verbrenner und werden so über die laufzeit durch die Werkstatt und durch die Tankstellen "geschröpft".

Hier gibt es eine Übersicht über die aktuellen Fahrzeuge gleich mit dem Preis abzüglich der Förderungen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1m3QqVURB3-GGnMnqkdGvrA-n6IDpCkSf-hOtRzhLy_k/htmlview

wie man sieht gibts auch sehr günstige E-Fahrzeuge.

Beim Laden unbedingt vorher die Säulen die man nicht kennt auf www.chargeprice.app checken, dort sieht man den billigsten Anbieter der Säule bzw für das Ladeverhalten (will man vollladen, will man wenig laden, lange laden, schnell laden... da können unterschiedliche anbieter das bessere ergebnis liefern)

Alles in allem habe ich aber nur 2 Ladekarten anbieter... Einmal mein Hausstromanbieter naturstrom.de der zum zeitpunkt einen Pauschalen Ladetarif anbeiter von ~15€ für egal wieviel man Lädt am Schnelllader (auch ionity). Was bei einer großen Tesla batterie schon mal auf einen preis von 0,20 € pro kWh kommen kann... also extrem günstig. Und der 2te Anbieter ist Maingau EinfachStromLaden. Da lade ich dann meistens die langsam/kurzen Ladungen darüber, weil dort per kWh/minuten genau abgerechnet wird.

Gesamtbewertung

5 von 5

Den Tesla kann ich quasi immer empfehlen, den BMW würde ich nicht mehr nehmen, er ist einfach viel zu teuer für das was er bietet. Das können auch E-Autos besser z.b. Hyundai Kona oder Renault Zoe.

Es gibt soviele sachen zu erzählen, aber ich bin zu faul alles aufzuschreiben... ich möchte nur mitgeben... unbedingt Probefahren !!!! Und wenn ihr zuhause/arbeit laden könnt, könnt ihr euch die Frage eigentlich sparen ob ein E-Auto zu euch passt... dann ist nur noch die Frage welches und ob ihr die Anschaffung bezahlen könnt...

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